Was bedeutet eigentlich…?

…diese Fragen klären wir unter der Rubrik „Lexikon“. Was Sie schon immer einmal rund um den Begriff Wein und Sekt wissen wollten, verbirgt sich hier. Sollten Sie Ihren Suchbegriff nicht finden, schreiben Sie uns einfach eine Nachricht. Das Lexikon soll sich ständig weiter entwickeln.

Weinrecht Aktuell:

 

Crémant

Steht dieser Begriff auf dem Etikett Ihres Sektes, können Sie sicher sein, dass es sich hierbei um die höchste in Deutschland erreichbare Kategorie eines Schaumweines handelt. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Qualitätsgedanke, der in jedem Arbeitsschritt des Winzers wieder zu finden ist. Der Most muss aus ganzen Trauben gewonnen werden, was die Handlese voraussetzt. Mit dem schonenden Verfahren der Ganztraubenpressung wird zum einen sicher gestellt, dass die Gerbstoffe aus der Schale, den Kernen und Stielen der Traube kaum in den gewonnenen Saft gelangen, zum anderen der Grenzwert von 100 Liter Most, der aus 150 kg Trauben gekeltert werden darf, nicht überschritten wird. Nachdem der Most zu Wein vergoren ist, beginnt ein weiterer Schritt in der Mission Crémant. Die zweite Gärung, welche den Wein zu einem Crémant werden lässt, erfolgt nach der Methode der Traditionellen Flaschengärung, die mindestens neun Monate dauern muss. Ist diese Zeitspanne eingehalten, kann das Degorgieren (Enthefen) erfolgen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass mit der zugegebenen Dosage der Restzuckergehalt 15g/l nicht überschritten wird. Ein Crémant ist also immer Brut oder sogar Extra Brut.

In den verschiedenen Anbaugebieten Deutschlands gelten bezüglich der zugelassenen Rebsorten unterschiedliche Bestimmungen. In der Pfalz sind Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Spätburgunder und Schwarzriesling für Crémant zugelassen. Crémant Pfalz – eine sehr exklusive Art Perlen im Wein zu genießen!

Degorgieren, das

Bei der Traditionellen Flaschengärung befindet sich die Hefe mit dem Sekt während der Gärphase im abgeschlossenen System Flasche. Diese Flaschen werden auf Rüttelpulten in ihrer Neigung und durch Drehen solange bewegt, bis sich die Hefe im Flaschenhals gesammelt hat. Das Degorgieren (= Enthefen) befreit den Sekt von der Hefe und es entsteht die dann klare Köstlichkeit. Man unterscheidet zwischen dem Kaltdegorgieren und dem Warmdegorgieren. Beim Kaltdegorgieren wird die sich im Flaschenhals befindende Hefe in einem Eisbad bei -20° C eingefroren. Nun kann man die Flaschen aufrichten, ohne dass die Hefe zurückfällt. Der Kronkorken, welcher bis zu diesem Zeitpunkt die Flasche verschließt, wird entfernt und der gefrorene Hefepfropfen schießt durch die bei der Gärung entstandene Kohlensäure heraus. Das Warmdegorgieren ist das energiesparendere Verfahren. Ohne die Hefe  einzufrieren, werden die Flaschen vorsichtig, sodass keine Trübung durch Aufschütteln der Hefeteilchen entsteht, mit dem Flaschenhals nach unten auf einer Maschine befestigt. Diese entfernt den Kronkorken und die Hefe feuert heraus. Passiert durch Unachtsamkeit dennoch eine Trübung, so muss die Flasche erneut abgerüttelt werden und der Prozess beginnt von neuem. Deswegen ist das Verfahren des warmen Degorgierens auch zeitaufwändiger und man erreicht eine geringere Stundenleistung. Generell können natürlich nie alle Hefeteilchen aus der Flasche entfernt werden. Viele unsichtbare, sich in der Schwebe befindenden Hefezellen bleiben zurück und ermöglichen die lange Lagerfähigkeit dieses bezaubernden Getränkes.